Die Schwimmoper

Die Schwimmoper ist ein herausragendes Bauwerk der Nachkriegsmoderne und ein bedeutendes Denkmal der Architekturgeschichte in Wuppertal. Das Stadtbad wurde von 1955 bis 1957 nach Plänen Friedrich Hetzelts von der Firma Dyckerhoff & Widmann unter der Leitung des Remscheider Baumeisters Johannes Krieger errichtet. 2010 wurde das Bad von pbr Planungsbüro Rohling AG Architekten und Ingenieure umfassend saniert. Die Schwimmoper erhielt 2010 die Auszeichnung „Gute Bauten“ des BDA Wuppertal und 2011 die IPC/IAKS-Auszeichnung.

© Stadt Wuppertal, GMW, Foto: Frank Buetz

In der Recherche zur Historie sind wir auch auf weitere Aspekte der Entstehungsgeschichte und der Biografie des Architekten gestoßen. Wir möchten an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass Friedrich Hetzelt vor seiner Zeit als Baudezernent der Nachkriegsjahre auch während des Nationalsozialismus an Bauprojekten im Umfeld von Hermann Göring und Albert Speer beteiligt war. Nach Kriegsende setzte er seine Karriere als Wuppertaler Baudezernent in den 1950er und 1960er-Jahren fort und verantwortete unter anderem den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Oper. Das Kulturprojekt versteht die Schwimmoper daher als einen Erinnerungsort mit widersprüchlicher Geschichte. Sie ist eines der zahlreichen Beispiele, an denen die Kontinuitäten personeller Karrieren nach 1945 sichtbar werden. Zugleich sehen wir das Schwimmbad als wichtigen Ort gemeinschaftlicher Zusammenkunft in relativer Klassenlosigkeit, an dem Sportler*innen und Freizeitschwimmer*innen seit 1955 zusammenkommen. Wir nutzen das Bad für eine transdisziplinäre Veranstaltung, die ohne queere Künstler*innen, ohne Menschen mit Behinderung, ohne Menschen mit internationaler Geschichte, ohne internationale Kooperationspartner*innen und ohne Menschen unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Zugehörigkeiten nicht möglich gewesen wäre.