Das Projekt – SCHWIMMOPER für schwimmendes und nicht schwimmendes Publikum

Die Schwimmoper ist ein interdisziplinäres Projekt, das Operngesang renommierter Sänger*innen von Chorwerk Ruhr, elektronische Musik über und unter Wasser von Wellenbad, die Synchronschwimmerinnen des TSV Solingen unter Movement Direction von Emma Barrowman – Tänzerin des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch – und von der Künstlerin Lili Huston-Herterich entwickelte Texte (Libretto) zusammenbringt. Ein Teil des Publikums kann sich schwimmend beteiligen und Sound über wie auch unter Wasser erfahren.

Das neue Musiktheater wird anlässlich des 70-jährigen Jubiläums in der gleichnamigen, architektonisch herausragenden Schwimmhalle in Wuppertal-Elberfeld uraufgeführt. Damit ist die SCHWIMMOPER auch ein Geschenk an die Stadt Wuppertal und ihre Stadtgesellschaft.

Urbane Künste Ruhr, Chorwerk Ruhr und Wellenbad 2026, Foto Daniel Sadrowski

Eine Oper zum Preis eines Schwimmbadbesuchs

Der Eintrittspreis der experimentellen Oper gleicht dem des Schwimmbadtickets: Die SCHWIMMOPER kostet nur 5 €!

Die Idee

Die SCHWIMMOPER möchte aktiv zum Abbau von Zugangsschwellen zu Kultur beitragen und interdisziplinäre Zusammenarbeit an einem Ort relativer Klassenlosigkeit neu denken.

Tickets für Nass- und Trockenpublikum

Pro Aufführung können 150 Personen die Veranstaltung schwimmend im Wasser oder am Beckenrand erleben. Weitere 600 Personen können nicht schwimmend und trocken von der Zuschauertribüne aus zuschauen.

Urbane Künste Ruhr, Chorwerk Ruhr und Wellenbad 2026, Foto Daniel Sadrowski

Projektbeschreibung

Das Publikum der SCHWIMMOPER wird eingeladen, gemeinsam mit den Performenden eine grundsätzlich neue Erfahrung zu machen. Es gibt zwei Arten von Tickets: Personen mit dem „Schwimm-Ticket“ können die Aufführung vom Beckenrand und aktiv im tiefen Wasser schwimmend erleben. Sie hören den Sound über und unter Wasser. Personen mit dem „Nicht-Schwimm-Ticket“ können ihre Kleidung anbehalten und das Event aus spektakulärer Höhe von der Zuschauertribüne aus erleben.

Während der Aufführung (60 Min.) ertönt live Chorgesang von Chorwerk Ruhr und elektronische Musik von Wellenbad. Im Rampenlicht stehen keine Schauspielenden, sondern Synchronschwimmerinnen des TSV Solingen, deren Küren teils auf Landes- und Bundesebene prämiert wurden. Sie werden im Bereich Movement Direction unterstützt von Emma Barrowman des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch.

Die experimentelle Oper wird gänzlich neu für das Schwimmbad entwickelt. Die Texte schreibt die in den Niederlanden lebende Künstlerin Lili Huston-Herterich auf Basis von Interviews (unter anderem mit Wuppertaler*innen) – etwa mit einem Techniker und Sicherheitsbeauftragten, der bei der Überflutung der Wuppertaler Oper 2021 zuständig war, einem Kind, das gerade Schwimmen gelernt hat, einer Weltrekordhalterin und Goldmedaillengewinnerin der Paralympics, einer Wassertherapeutin und einer Unterwassertänzerin. Die Texte legen einen Fokus auf Aspekte von Gemeinschaftlichkeit unter Beachtung individueller und kollektiver Erfahrungen im und mit Wasser.

Inhalt

Die Uraufführung der SCHWIMMOPER findet anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des gleichnamigen Wuppertaler Schwimmbads statt und setzt sich künstlerisch mit der Vielfalt seiner Badenden auseinander. Der symmetrische Bau wurde nach dem Vorbild des Olympia-Schwimmstadions in Melbourne entworfen. Zudem geht der Name „Schwimmoper“ auch auf die Wuppertaler Stadtgesellschaft zurück, die den Begriff prägte, weil an derselben Stelle zunächst eine Oper angedacht war. Die SCHWIMMOPER folgt gedanklich dem Fluss Wupper nach Wuppertal. Sie bezieht sich auch auf die Überflutung, die 2021 den Orchestergraben des städtischen Opernhauses erreichte. Die Wassermenge im Graben nimmt die SCHWIMMOPER hier zum Anlass für neue Begegnungen: Im Rahmen einer umfangreichen Forschungsphase sammelt Huston-Herterich mündlich überlieferte Geschichten zum Thema Wasser, zu gegenseitiger Verbundenheit, zur Vielfalt unserer Körper – die ebenfalls zu großen Teilen aus Wasser bestehen – und zu deren Beweglichkeit. Im Gegensatz zur Oper, zu Räumen für neue Musik und Museen ist das Schwimmbad ein Ort relativer Klassenlosigkeit, in dem gesellschaftliche Unterschiede zumindest zeitweise in den Hintergrund treten. Hier teilen wir denselben Ort, dieselben Regeln und dasselbe Wasser. Sein Auftrieb lässt Unterschiede in Alter, Kraft oder körperlicher Mobilität weniger bestimmend erscheinen. Kinder, Erwachsene und Senior*innen, Menschen mit und ohne Behinderung, Leistungs- und Freizeitschwimmer*innen teilen dasselbe Becken.