Beteiligte / Künstler:innen
Julika Bosch (* 1989 in Duisburg) ist freie Kuratorin aus Düsseldorf. Bis März 2026 leitete sie die Sammlung Philara und realisiert aktuell mehrere Projekte, unter anderem für die VAW des Areal Böhler und für Curated by, eingeladen durch die Galerie Steinek, in Wien. Sie studierte Kunstgeschichte der Moderne und Gegenwart, Komparatistik und Communication Studies in Bochum und Istanbul. Von 2018 bis 2021 war sie kuratorisch an der Kestner Gesellschaft in Hannover tätig, deren künstlerischen Bereich sie 2020 gemeinsam mit Lea Altner kommissarisch leitete. Bosch entwickelte zahlreiche Ausstellungsprojekte, darunter mit Mercedes Azpilicueta, Camille Henrot, Walter Dahn, Nevin Aladağ und Roman Signer. 2023 präsentierte sie gemeinsam mit Hannah Niemeier in der Sammlung Philara eine umfangreiche Ausstellung zum Thema Wasser mit rund 30 internationalen Künstlerpositionen. Sie schrieb Musik- und Ausstellungsrezensionen für Musikszene Düsseldorf, Triggerfish, Hyperallergic und weitere und hielt Vorträge unter anderem am Theater Junge Generation in Dresden, auf der Konferenz der World Art Foundation in Lissabon, an der École nationale supérieure des beaux-arts de Lyon und auf der Art Berlin.

Vincent Stange (* 1992 in Wuppertal) ist transmedialer Komponist und Musikkurator in Köln. Als Komponist und in der Entwicklung von Kulturprojekten beschäftigt er sich mit immersivem Musikerleben und dem Abbau von Hierarchien und Barrieren der Zugänglichkeit von Konzerten, Performances und Klanginstallationen. In der Arbeit fernab von Konzertsälen – beispielsweise in öffentlichen Schwimmbädern, Wassertürmen, Forschungsinstituten, Museen oder auf ländlichen Wiesen – gelingt ihm ein Zugang für ein vielschichtiges Publikum.
Stange studierte Musik und Medien an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und transmediale Formen im Masterstudiengang Klang und Realität bei Prof. Dr. Heike Sperling, Prof. Oliver Schneller und Marcus Schmickler. Stange komponierte unter anderem für Installationen von Chiharu Shiota und für die Kunststiftung Baden-Württemberg. Seine Arbeiten wurden im KOLUMBA Museum, Köln, im Schumann-Haus Düsseldorf, in der Kunstsammlung NRW, im Kunstpalast Düsseldorf, im Tanzhaus NRW, im Skulpturenpark Waldfrieden, im ITO Stuttgart und weiteren Institutionen gezeigt. Zusammen mit Julika Bosch entwickelte er im letzten Jahr die Ausstellung MODULAR ORGAN – Sollmann und Sprenger.

Chorwerk Ruhr zählt zu den bedeutendsten Chören Deutschlands. Seit seiner Gründung vor 25 Jahren hat sich das Ensemble als Markenzeichen der Metropolregion Ruhr etabliert. Sein Renommee reicht weit über die Region hinaus. Dies belegen beispielsweise Aufnahmen des WDR und DLR oder der Filmmitschnitt der Oper „Moses und Aron“ von Arnold Schönberg. Letztere wurde mit großem Erfolg im Rahmen der Ruhrtriennale 2009 aufgeführt. 2016 kürte die US-amerikanische Presse gleich zwei Ruhrtriennale-Produktionen mit Chorwerk Ruhr, „Carré“ und die Aufführung von „De Materie“ in der Park Avenue Armory Hall, zu „The Best Classical Music of 2016“.
Künstlerischer Leiter ist seit 2011 der mehrfach ausgezeichnete Dirigent Florian Helgath. Seit der Gründung fanden Konzerte mit namhaften Dirigent*innen wie George Benjamin, Frieder Bernius, Sylvain Cambreling, Reinhard Goebel, Robin Gritton, Rupert Huber, Susanna Mälkki, Kent Nagano, Peter Neumann, Kirill Petrenko, Emilio Pomàrico, Peter Rundel, Marcus Stenz, Bruno Weil und Hans Zender statt. Das Projekt SCHWIMMOPER entsteht in enger Zusammenarbeit mit Chormanagerin und Projektleitung Ariane Stern sowie Dirigentin Lucia Birzer.

Lucia Birzer (* 1995, Pietenfeld) arbeitete bereits als Chordirigentin bei „Abtauchen in Schwelm“ (2026) mit Chorwerk Ruhr und Wellenbad zusammen. Seit der Spielzeit 2024/25 ist sie Chordirektorin und Kapellmeisterin am Theater Regensburg. Zuvor war sie als Chordirektorin mit Dirigierverpflichtung am Theater Hof tätig. Sie studierte an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, an der Königlichen Musikhochschule in Stockholm sowie an der Hochschule für Musik und Theater München. Seit 2022 ist sie Stipendiatin des Forum Dirigieren und nahm an Meisterkursen mit Frieder Bernius, Georg Grün, Florian Ludwig und Oliver Weder teil. Birzer arbeitete mit Chören wie dem Kammerchor Saarbrücken, der Audi Jugendchorakademie, dem Philharmonischen Chor Erfurt, mit Mitgliedern des Radiokören, Stockholm und des Eric Ericson Kammarkör. Sie ist Gründerin und Leiterin der Kammerphilharmonie Weimar. Im Jahr 2023 gewann eine ihrer Kompositionen den 1. Preis beim Wettbewerb Females Featured der Chorakademie Baden-Württemberg.

Wellenbad ist ein interdisziplinäres Trio von Joseph Baader (Komponist und Klangkünstler), Nathalie Brum (Künstlerin und Architektin) und Vincent Stange (Transmediakomponist) für Musikformate im öffentlichen Stadtraum. Musikinformatik, Architektur und Komposition treffen bei Baader, Brum und Stange aufeinander, um öffentliche Orte auf musikalische und nasse Weise zu bespielen. Wellenbad hat bereits in den unterschiedlichsten Schwimmbädern gespielt, darunter im Stadtbad Schwelm (gemeinsam mit Chorwerk Ruhr und Tauchern des TC Schwelm), in der Münster-Therme, Düsseldorf und im Frankenbad Bonn.

Thomas Klein (* 1968, Düsseldorf) ist ein international bekannter Musiker aus Düsseldorf. Er ist Gründungsmitglied der Elektronikband Kreidler, die seit 1995 regelmäßig Alben veröffentlicht und weltweit tourt. Zudem hat er auch als Solokünstler unter dem Namen Sølyst und als Teil des Duos Die Frage (gemeinsam mit Petra Bosch) Erfolg. Bekannt ist er insbesondere für die Verbindung von Schlagzeug und elektronischer Musik. Außerdem schafft er Kompositionen für Film und Hörspiel sowie klang-künstlerische Arbeiten, unter anderem in Kooperation mit Künstler*innen wie Dunja Evers und Mischa Kuball. Er komponierte Theatermusik für Produktionen am Schauspielhaus Köln und Düsseldorf, unter anderem für Robert Wilson. Zudem engagiert er sich regelmäßig als Dozent und Projektleiter im Verein Kabawil e. V. Mit der Band Kreidler war Klein international unterwegs, darunter auf bekannten Festivals wie dem Sónar in Barcelona, dem Roskilde Festival in Dänemark, dem SXSW in Austin und dem Cervantino Festival in Mexiko. Darüber hinaus war die Band in bedeutenden Institutionen wie dem Museum of Modern Art (MoMA) in New York und dem Centre Pompidou in Paris zu erleben.
Mit seinem Soloprojekt trat Klein unter anderem im Berliner Berghain, beim Open Source Festival in Düsseldorf und im Londoner Club Under The Bridge auf. Das Projekt Die Frage spielte unter anderem beim Düsseldorf Festival, im Düsseldorfer Weltkunstzimmer und in der Musikbar Schleuse Zwei.
Shannon Barnett ist eine australische Posaunistin und Komponistin, die in Köln lebt und arbeitet. Sie absolvierte in New York City einen Master of Music an der SUNY Purchase und trat mit Künstler*innen wie der Big Band Birdland, Darcy James Argues Secret Society und Jon Faddis auf. Für ihre künstlerische Arbeit erhielt sie 2020 den WDR Jazzpreis in der Kategorie Improvisation und 2022 den Deutschen Jazzpreis in der Kategorie Blechblasinstrumente. Seit 2019 ist sie Professorin für Jazzposaune an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.
Barnett spielte auf internationalen Jazzbühnen ebenso wie in der experimentellen Musikszene, unter anderem bei der Monheim Triennale, im Kölner Stadtgarten, im LOFT Köln und im Artheater Köln sowie im Rahmen der Cologne Jazzweek. International trat sie in Melbourne und New York mit verschiedenen Jazzensembles auf.
Lili Huston-Herterich (* 1988 in Toronto, Ontario, Kanada) lebt und arbeitet in Rotterdam in den Niederlanden. Im Fokus ihrer Arbeit stehen mündlich überlieferte Erzählungen (Oral History) und die Art und Weise, wie Beziehungen durch Raum, Geschichte und Persönlichkeiten entstehen. Ihre Werke entwickelt sie in einem dialogischen Prozess und der Auseinandersetzung mit lokalen Gegebenheiten. So schafft sie Räume, in denen Geschichten geteilt, Rollen neu verhandelt und alternative Formen des kollektiven Erinnerns erprobt werden.
Huston-Herterich studierte an der York University in Toronto und am Piet Zwart Institute in Rotterdam. Außerdem erhielt sie das renommierte Artist-in-Residence-Stipendium der Rijksakademie in Amsterdam (2023–2025). Ihre Werke und Performances wurden international präsentiert, unter anderem im Eye Filmmuseum in Amsterdam (2025), in der GAK – Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen (2025), in der Sammlung Philara in Düsseldorf (2024–2025), im M – Museum Leuven (2024), in der School of Commons, Zürich (2022), im Zalucky Contemporary, Toronto (2021), im Badischer Kunstverein, Karlsruhe (2021), im Apparatus Projects, Chicago (2020), in der Index Foundation, Stockholm (2020), im Power Plant, Toronto (2015) und in der Art Gallery of Ontario, Toronto (2014).

Die Synchronschwimmerinnen des TSV Solingen-Aufderhöhe 1877 e. V. engagieren sich mit außerordentlicher Leidenschaft. Der Verein ermöglicht den Einstieg über eine Schwimmschule und bietet Synchronschwimmen bis hin zum Leistungssport an. Die Synchronschwimmer*innen sind bundesweit erfolgreich und zählen mit knapp 50 Personen, darunter auch ein männlicher Teilnehmer, zu den größten Synchronschwimmvereinen Deutschlands. Zum ersten Mal in der Vereinshistorie des TSV wurden gleich drei Synchronschwimmerinnen für das deutsche Nationalteam einberufen. Auch auf Landesebene gibt es Grund zur Freude: zehn ihrer Athletinnen sind in den NRW-Landeskader berufen. Diese Erfolge sind das Ergebnis harter Arbeit, großer Hingabe und eines Teamgeists, der uns stark beeindruckt. In der SCHWIMMOPER kommen neun der Synchronschwimmerinnen mit ihren besten Küren – sowie ein paar mutige, neu eingelernte Schwimmerinnen – zum Einsatz. Die Gruppe wird von Laura Krasniqi und Merit Elias angeleitet.
Mitwirkende Synchronschwimmerinnen: Ekaterina Kuzminskaya, Alexandra Petkou, Nadine Maaßen, Eleni Wiludda, Daniela Kremenchuk, Ella Hennig, Adele Wolfram, Ellada Krochmal, Tara Veliu
Mitwirkende Synchronschwimmerinnen (Beginner): Anika Glauss, Susanne Beer, Styliani Flamouropoulou, Dorothe Krassen, Olga Michailova, Kyriaki Wiludda und Simone Hennig

Emma Barrowman (* 1986 in Sherbrooke, Kanada) ist seit 2015 festes Mitglied des Ensembles des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. Zuvor war sie als Demi-Solistin des Bayerischen Staatsballetts tätig, tanzte in zahlreichen bedeutenden Rollen, insbesondere im zeitgenössischen Repertoire, und wurde 2013 mit dem Irène-Lejeune-Tanzpreis ausgezeichnet. Gleichzeitig wirkte Barrowman regelmäßig als Choreografin, Performerin und in weiteren Rollen an unabhängigen Projekten mit – in ländlichen Gegenden Bayerns oder in der Münchner Nachtclubszene. Sie erhielt ihre Ausbildung an der Royal Winnipeg Ballet School und sammelte wichtige Erfahrungen beim Cannes Jeune Ballet unter der Leitung von Monique Loudières.

Anna Chernomordik (* 1992 in Rostow am Don) ist seit 2024 Dramaturgin für Konzert und Musiktheater der Ruhrtriennale. Sie hat für zahlreiche Stücke die Dramaturgie entwickelt, darunter „Krabat“, „Das schlaue Füchslein“, „Carmen“, „La Bohème“, „Julius Caesar in Ägypten“, „Ein Tag König“, „Gold!“, „Drei Männer im Schnee“, „Momo“ und „Avenue Q“.
Zuvor arbeitete sie als freie Journalistin unter anderem für den WDR, Deutschlandfunk, Opernwelt und die Ruhrnachrichten. Von 2018 bis 2023 war sie als Dramaturgin und dann als Chefdramaturgin am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen tätig. Chernomordik studierte an der TU Dortmund und war Stipendiatin der Akademie für Musikjournalismus beim Heidelberger Frühling.

Kostüm
Hybrid Dessous (Kollektiv, Wien; Leitung: Amelie Schlemmer)
Verein zur Erforschung von Bekleidungskultur
Die Kostüme der Synchronschwimmerinnen und Kostümelemente der Chor-Sänger*innen werden von Hybrid Dessous für die Schwimmoper gestaltet. Der Verein zur Erforschung von Bekleidungskultur entwickelt in Wien hybride Kleidungsstücke zwischen Bademode und Unterwäsche. Sie entstehen aus der Beschäftigung mit historischer Bademode, Intimität in öffentlichen Räumen und dem spielerischen Umgang mit sozialen Normen. Die Kollektionen tragbarer Unikate verbinden individuelle Elemente, lokale Kontexte und historische Schnittmuster mit den vielstimmigen Geschichten rund um Bademode. Transparente Stoffe treffen auf Fell, Baumwolle auf Glitzer, Spitze mischt sich mit Bademodestoffen. Die verschiedenen Texturen ergeben ein außergewöhnliches Tragegefühl.
Hybrid Dessous entstand 2020 im Rahmen des Studiengangs Social Design an der Universität für angewandte Kunst Wien. Das Kollektiv und seine Mitglieder haben inzwischen mit großen Institutionen wie den Wiener Festspielen, KÖR (Kunst im öffentlichen Raum Wien), dem MAK – Museum für angewandte Kunst Wien, dem Kunst Haus Wien und mit Künstler*innen wie Anne Glassner und Herwig Turk zusammengearbeitet.

Bühne
Laura Jacob (*1989 in Bautzen) ist Set-Designerin mit Sitz in Berlin. Sie studierte Film und audiovisuelle Medien an der Ruhr-Universität Bochum, der Roma Tre und der University of Amsterdam. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Raum, Material und visueller Erzählung. Mit einem Gespür für ungewöhnliche Kombinationen, Farben und Texturen erschafft sie ausdrucksstarke Bildwelten und Atmosphären, die Geschichten auf ihre eigene Weise erzählen. Seit 2025 ist sie Teil des Kreativstudios Oh No Studios. Sie konzipiert und realisiert Art Direction und Set Design für Musikvideos, Werbefilme und dokumentarische Formate. Zu ihren Arbeiten zählen Projekte für Künstler*innen wie Ebow, Mirza Odabasi, Badmómzjay, Milky Chance, Apsilon und Naomi Jon sowie die dreiteilige HBO-Max-Dokuserie Clangold.
Cihan Tamti (* 1992 in Bochum) ist Grafikdesigner und Creative Director aus Bochum. Für die SCHWIMMOPER ist Tamti die ideale Besetzung, weil er bereits mit musikalischen Größen wie Lauryn Hill, internationalen Sportmarken und Kulturprojekten, darunter die Kieler Woche und die Manifesta, zusammengearbeitet hat. Neben seiner selbständigen Tätigkeit lehrt er an der Fachhochschule Dortmund. Für die SCHWIMMOPER verantwortet er die Entwicklung der visuellen Identität 2027. Das Design verbindet individuelle Stimmen und Gemeinschaft. Es erinnert dabei auch an die Ästhetik von Rockbands wie den Rolling Stones oder der Verfilmung des Musiktheaters „The Rocky Horror Show“. Nicht nur das Blau steht hier für Wasser – um ca. 1780 gelangte das Wissen um das Türkischrot-Färbeverfahren nach Wuppertal, das im Zuge der Textilfärbung im 19. Jahrhundert auch die Wupper Rot färbte

Schwimm Schmidt ist ein Unternehmen, das seit 1950 offizieller Hersteller und Lieferant der Deutschen Schwimmabzeichen (DSA) ist. Das Unternehmen stammt wie unsere Synchronschwimmer*innen aus Solingen, die Abzeichen werden jedoch seit Beginn in Wuppertal produziert.
Die Idee des Seepferdchens stammt von Helmut Schmidt. 1950 entwickelte er die Abzeichen, um die Sicherheit zu erhöhen und Badeunfälle zu vermeiden. Die Abzeichen sollten dabei helfen, zu erkennen, wer schwimmen kann, und andere Kinder zum Schwimmenlernen motivieren. Die offiziellen Deutschen Schwimmabzeichen, darunter das Seepferdchen, wurden 1974 eingeführt.
Schwimm Schmidt beliefert uns für die Aufführung in der Schwimmoper mit Produktionsresten, die wir im Sinne eines nachhaltigen und kreativen Umgangs mit Ressourcen künstlerisch weiterverarbeiten. Was im Herstellungsprozess übrig bleibt oder nicht den ursprünglichen Anforderungen entspricht, erhält so eine neue Bedeutung und wird Teil unserer künstlerischen Arbeit. Gemeinsam mit dem Familienunternehmen und unserem Grafiker entsteht zudem ein eigens für die Veranstaltung entwickeltes Design.
